Vom Schloss zum Hafen
Fortbildungstour der IHK Darmstadt führt in den Kreis Groß-Gerau
Die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar bietet regelmäßig touristische Fortbildungstouren im südhessischen Raum an. Zielgruppe dafür sind Menschen, die in der Hotellerie und Gastronomie oder einer Tourist-Info arbeiten oder die eine Ferienwohnung haben. Diese werden von ihren Gästen immer wieder nach Ausflugstipps gefragt. Im Vordergrund der Tour stehen darum praktische Tipps zu Führungen, Sehenswürdigkeiten, der Infrastruktur vor Ort oder zum gastronomischen Angebot.
Die Herbsttour führte dieses Jahr in den Kreis Groß-Gerau und wurde gemeinsam von IHK und Kreisverwaltung organisiert. Die Gelegenheit, die Region besser kennenzulernen, nahm bei der jüngsten mehrstündigen Tour in der vergangenen Woche eine gut 30-köpfige Gruppe wahr. Die Teilnehmer*innen kamen aus dem Odenwald, von der Bergstraße, aus dem Darmstädter Raum und aus dem Kreis Groß-Gerau.
Start war am Dornberger Schloss, wo Kreisvolkshochschulleiter Dr. Stefan Hebenstreit die Gäste begrüßte und ihnen einen kleinen Einblick in die Geschichte des Gebäudes, in die teilweise etwas verborgenen und verstreuten Schätze der Region und in die Freizeitmöglichkeiten gab – wobei sich der Kreis Groß-Gerau in der Rheinebene naturgemäß sehr gut zum Fahrradfahren und damit zu Radtouren eignet. Auch die Bildungs- und Veranstaltungsangebote der Kreisvolkshochschule (KVHS), die ihren Sitz in Schloss Dornberg hat, erwähnte er.
Bettina Krauß, Fachbereichsleiterin Politik, Gesellschaft, Umwelt & Ehrenamt der KVHS, zeigte der Gruppe anschließend den Escape-Room, der im früheren Forsthaus eingerichtet wurde. Dort lassen sich kleinere Feiern oder Teambuilding-Events ausrichten (Anfragen unter 06162 1870-109).
Von Groß-Gerau aus ging es im Bus weiter zum Kühkopf. Dort empfingen Susanne Brendle vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, Ralph Baumgärtel von HessenForst und Jörg Hartung, Leiter des Stockstädter Museums im ehemaligen Verwaltergebäude des Hofguts Guntershausen, die Besucher*innen. Susanne Brendle informierte zur Begrüßung kurz über den Geo-Naturpark, seine Angebote und den Kühkopf mit seinem Umweltbildungszentrum (UBZ) als westliches Eingangstor zum UNESCO Geo-Naturpark.
In jeweils gut halbstündigen Führungen vermittelten die beiden anderen Referenten danach, wie viel Informatives und Spannendes es im UBZ Schatzinsel Kühkopf und im Museum zu entdecken gibt - vom Leben am Fluss mit Hoch- und Niedrigwasserphasen über die vom Menschen beeinflusste Natur und den Auenwald bis zu Sonderausstellungen, zur Zeppelin-Notlandung sowie zu den historischen Entwicklungen auf dem Kühkopf und in den Hofgut-Gebäuden. Als Ausflugsziel ist der Kühkopf weit über den Kreis hinaus bekannt, doch nicht jeder wusste vorher, dass man dort auch heiraten und gut essen gehen kann.
Nach einer gemütlichen Mittagsrast im Gernsheimer Fährhaus am Hafen der Schöfferstadt lief die Gruppe abschließend noch zum Gernsheimer Museum, wo Klaus Müller vom Kunst- und Kulturhistorischen Verein einen prägnanten und unterhaltsamen Einblick in die Geschichte der Stadt am Rhein und des Museums mit seinen verschiedenen Abteilungen gab. Aktuell ist im Museum zudem eine Wanderausstellung über den Widerstandskämpfer Georg Elser zu sehen, dessen Attentat auf Hitler im November 1939 scheiterte.
Die Reaktion der Teilnehmer*innen war am Ende positiv: Sie haben eine Reihe attraktiver und interessanter Orte im Kreis Groß-Gerau kennengelernt und können anderen nun darüber erzählen. Die Tour machte Lust auf mehr Unternehmungen im Kreisgebiet.
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